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German Ahmadiyya Website > German Articles [Artikels] Section > Die Stellung der Frau im Islam by Prof. S. M. Abdullah


Die Stellung der Frau im Islam:
by Prof. S. M. Abdullah


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Meine Damen und Herren, Ich versuche in der kurzen, mir zur Verfügung stehenden Zeit das Thema „ Die Stellung der Frau im Islam „ zu behandeln, möchte aber, bevor ich zum Gegenstand selbst übergehe, mit Ihrer Erlaubnis ein paar Worte zur Einleitung über die Geschichte von Adam und Eva vorausschicken. Ich meine jene Geschichte, die in der Genesis (im Buche der Schöpfung) erzählt wird.

Welches Übermaß des Entzücken, als es Gottvater gefiel, einen „ Garten im Osten von Eden" zu pflanzen und Adam dahinein zu versetzen ! Jeder Baum, der lieblich war zu schauen und bekömmlich zur Nahrung, war „ aus dem Erdboden gemacht" ; und „ ein Fluß strömte aus Eden heraus", um den Garten zu bewässern und seine Schönheit, seine Reize zu erhöhen. Adam wurde zum Herrn der Welt eingesetzt, und jedes Tier des Feldes und jeder Vogel in der Luft wurde vor ihn gebracht, um von ihm einen Namen zu empfangen und diesen für immer zu tragen. Aber Adam fühlte sich nicht glücklich bei all der Herrlichkeit, denn er konnte unter den Geschöpfen ringsum keinen Kameraden finden, der Hilfsbereitschaft für ihn besessen hätte. Seine Sehnsucht aber ging nach einem Wesen, das Bein aus seinem Bein und Fleisch aus seinem

Fleisch gewesen wäre. Und um diese Sehnsucht Adams zu stillen, schuf Gott das Weib aus seiner Hüfte. Glücklich eines in des anderen Gesellschaft begannen Mann und Weib nun den Sonnenschein ihrer schönsten Freudentage zu genießen, aber ach, die Glückstage sind uns zugezählt, und Flitterwochen dauern eben nur Wochen. Außerdem hat die Frau ihren Unglücksstern, der wie man sagt, zu steigen beginnt, sobald sie allein ist. Denn es wird behauptet, in der Einsamkeit wirke ihre wißbegierige Natur wie ein stechender Dorn in ihrer Seite, der sie quäle, wenn sie sich ohne den Beistand des Mannes Unbekannten oder verbotenen Dingen gegenüberstehe. Ich weiß nicht, inwieweit dieses Urteil über die Frau zutrifft. Aber ich darf wohl mit Ihrer Erlaubnis, meine Damen, auf unsere Stammutter hinweisen, von der unsere besseren Hälften, wie ich annehme, ihre Veranlagung geerbt haben. Eva dachte niemals an den Baum der Erkenntnis, solange sie mit Adam zusammen war. Seine Gesellschaft bot genügend Unterhaltung, um ihren Sinn vollständig auszufüllen. Aber in Adams Abwesenheit war es dem Geiste der Versuchung ein leichtes, ihre Neugier zu erregen. Und, so dachte Eva, sie müsse besitzen, was ihr verboten und verweigert worden war. Außerdem flüsterte ihr die Vernunft die Frage zu: War es unrecht, vom Baum der Erkenntnis zu essen ? Dies zu denken, hätte ja wohl einer Gotteslästerung gleich gesehen. War es demnach also ein Unrecht, sich die Augen über Gut und Böse öffnen zu lassen? Und wenn man das Böse meiden soll, wird man dazu nicht um so besser in der Lage sein, wenn man vom Baum ißt ? Gerade um zwischen Gut und Böse unterscheiden zu lernen ? Daß sie, Eva, unklug bleibe, würde den Ruhm Gottes doch gewiß um keinen Deut vermehren. Nein, im Gegenteil, je klüger sie wird, desto nachhaltiger wird ihr Gefühl der Dankbarkeit und Lobpreisung für Gottes Herrlichkeit werden. Hat ihr nicht Gott die Anlage dazu verliehen, sich Wissen und Erkenntnisse anzueignen ? Wenn dem aber so ist, so muß diese Anlage gepflegt werden.

Eva überlegte alle diese Fragen genau, bevor sie den verhängnisvollen Schritt unternahm, vom Baum der Erkenntnis zu essen. Tatsächlich konnte sie keine irgend begreifliche Erklärung für das göttliche Verbot finden. Dieses Verbot blieb ein Mysterium für sie, und – zu ihrer Ehre darf ich sagen – für die ganze Welt seither. Ihr schien, der Wunsch nach einem Anteil an den Früchten des Baumes der Erkenntnis wäre wahrlich das letzte, was ihr ein wohlwollender und gütiger Gott abschlagen mochte. Also nahm sie sich von jeden Früchten und probierte sie; und so wurde sie durchdrungen von der Kenntnis dessen, was gut und was böse ist, eine glückliche Verwandlung, die sie aus einer Unwesen zu einer Weisen, aus einer Kenntnissen zu einer Erkennenden machte. Eine hohe Gabe und günstige Wendung ! Und selbstlos , wie die Frau von Natur aus ist, konnte Eva ihrem Manne nicht vorenthalten, was ihr selbst zuteil geworden war. So gab sie auch ihm von der Frucht, und er aß gleichfalls vom Bäume der Erkenntnis. Aber Gott war, „ ein eifernder Gott" wie er sich selbst bezeichnete, als er dem Moses die zehn Gebote gab. Die Sachlage verdroß ihn, und er zürnte: „ Der Mensch, seht, ist wie Unseresgleichen geworden, das Böse vom Guten unterscheiden zu können. „ Auch fürchtete er, daß Adam seine Hand auch noch nach dem Baum des Lebens ausstrecken, davon essen und dadurch zu ewigem Leben gelangen könnte. Deshalb sandte ihn Gott der Herr fort aus dem Garten Eden. ER sollte von nun ab die Erde, von der er genommen war, pflügen. Denn dies war das Urteil Gottes über Adam. „ Das Weib, das du mir gabst, bei mir zu weilen, sie reichte mit den Baum „, brachte Adam zu seiner Verteidigung vor, aber diese Einwand wurde mit Verachtung und zu Recht verworfen , da es dem Manne nicht zukommt, sich auf Kosten der Frau reinzuwaschen. Und so wurde Adam zu ewiger Verdammnis verurteilt.

Sie werden mich entschuldigen, meine Damen und Herren, wenn ich Ihre Zeit mit einem Gegenstand in Anspruch genommen habe, den Sie in den Anfangsseiten des Alten Testaments hätte nachlesen können. Es geschah aus dem einen und, wie ich allerdings meine, triftigen Grunde: Die Anfangskapitel des Buches der Schöpfungsgeschichte sind meines bescheidenen Erachtens hauptsächlich verantwortlich für alles, was seither je von dem selbstlosesten Geschöpf unter die Sonne über die Frau geschrieben oder gesagt worden ist – ich meine damit den Mann. Wollen Sie ihn also entschuldigen, geneigte Zuhörerinnen, da er doch aufgezogen wurde in der Denkungsweise des Hauses Jakob. Er wurde dadurch freilich etwas rücksichtslos Ihren Rechten gegenüber und gedankenlos in seinem allgemeinen Verhalten zum schönen Geschlecht. Beispielsweise gilt das in Heiratsfragen. Die Heirat ist der ereignisreichste Wendepunkt in Leben , der Drehpunkt, an welchem lebenslängliches Glück oder Elend hängt. Und da läßt der Mann nach jüdischem Ritus der Frau kein Verfügungsrecht. Vielmehr gilt sie als bewegliches Gut oder als Haushaltungsgegenstand, wenn auch als ein schmückender oder zierender. Sie bleibt eine Sache, über die man bestimmen, die man gegebenenfalls auch vererben kann. Und diese Erbschaft kann hinwiederum ganz nach Bleiben angetreten oder ausgeschlagen werden. Im Deuteronomium (5. Buch Moses), Kapitel 25:5 heißt es: „ Wenn Brüder zusammen wohnen, und einer von ihnen stirbt kinderlos, dann soll die Witwe nicht wieder von außerhalb einen Fremden heiraten, sondern ihres Gatten Bruder soll sie zu seiner Frau nehmen „. Solange ein Mädchen im Hause ihres Vaters lebte, sollte sie hingegen von ihrem Erzeuger befohlen werden. Saul trug Haß gegen David in der Brust und betrachtete ihn als seinen Feind, während seine Tochter Michal diesen Gottgesalbten liebte. „ Ich will sie ihm geben, damit sie ihm ein Fallstrick sei" , das war der einzige Trost, den Saul hatte, als er seine Tochter einem Jüngling zur Frau gab, den er aus tiefstem Herzen haßte (Samuel 18:21).

Zu allen Zeiten sind die Frauen eines Mangels an angeborener Intelligenz, an gesundem Menschenverstand bezichtigt worden, und der jüdische Glaube bildete darin keine Ausnahme. Ferner tadelte man sie, weil sie angeblich von Natur flatterhaft sein sollen. Dergleichen Vorurteile bleiben natürlich einseitig. Dennoch haben sie den Frauen viel Schaden zugefügt; denn ihnen zufolge schienen ihre Worte weniger Glauben zu beanspruchen und keine tiefer Beachtung zu verdienen. Man hielt sie deshalb auch zur Wahrnehmung ersterer Rechte für unfähig. Insbesondere wurde ihnen das wichtigste unter diesen Rechten, das Erbrecht, vorenthalten.

(Fortsetzung Teil 2)

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